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Textilbeton – Flexible Alternative zum Stahlbeton

Textilbeton – Flexible Alternative zum Stahlbeton - bau-plan-asekurado

Textilbeton oder auch textilbewehrter Beton ist eine neue Art der Betonverarbeitung, die vor über 20 Jahren an der TU Dresden entwickelt wurde. Anders als bei herkömmlichem Beton wird bei ihr zur Bewehrung kein Stahl eingesetzt, sondern flexible textile Fasern, die dem Beton neue Eigenschaften verleihen und der Architektur neue Möglichkeiten eröffnen. Dabei gibt es unterschiedliche Arten des Textilbetons.

Vorteile des Textilbetons

Durch die faserartigen Strukturen wird der Textilbeton viel nachhaltiger als Stahlbeton. Er ist leichter und ermöglicht schlankere Bauteile, die aber dennoch eine höhere Tragfähigkeit auch bei extremen Bedingungen aufweisen. Während das Betongemisch für eine hohe Druckfestigkeit sorgt, verleiht die textile Bewehrung dem Material eine außergewöhnliche Zug- und Biegezugfestigkeit, die auch die von Stahlbeton übersteigt.

Aus diesem Grund kann der Beton der Form des Gebäudes besser angepasst werden, sodass auch kurvige, konvexe und insgesamt organischere Formen bei Betonbauten realisierbar sind. Dadurch sind die möglichen Stile variationsreicher.

Anwendung findet der Verbundwerkstoff derzeit überwiegend im Brückenbau, im Bau von Schalen für Dächer und bei der Instandsetzung. Auch Fassadenelemente werden zunehmen mit Textilbewehrung erstellt, denn dies ermöglicht neue wirtschaftliche und nachhaltige Fassadensysteme. Die Anwendung von Bauteilen aus Textilbeton für tragende Bauteile ist derzeit mit Zustimmung im Einzelfall oder Allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung möglich.

Arten des Textilbetons

Es lassen sich vor allem die Textilbetone Kurzfaserbeton, textilbewehrter Beton und Carbonbeton unterscheiden:

1. Kurzfaserbeton: Er wird auch Glasfaserbeton genannt. Während des Mischvorgangs werden Kurzfasern der Betonmischung zugefügt.

2. Textilbewehrter Beton: Dieser Beton ist sehr flexibel, da er zum einen aus einer besonders feinen Betonmischung besteht sowie Glas- beziehungsweise Carbonfasern, die sehr engmaschig beigegeben werden.

3. Carbonbeton: Hochleistungsendlosfasern aus Carbon werden als Textilgewebe verarbeitet. Durch seine Korrosionsbeständigkeit ist Carbonbeton langlebig und rentiert sich finanziell gegenüber weniger beständigen Betonarten.

Insgesamt ist Textilbeton beziehungsweise Carbonbeton beständiger als Stahlbeton, da Stahl korrosionsanfälliger ist. Um den Stahl vor Korrosion zu schützen, ist eine entsprechend dicke Betonschicht um die Stahlbewehrung herum notwendig, was den Stahlbeton zusätzlich schwerer macht.

Im Textilbeton sind hingegen keine korrosionsanfälligen Bestandteile zu finden. Darüber hinaus ist textilbewährter Beton nicht teurer als Stahlbeton, wodurch er im Endeffekt rentabler ist. Textilbeton wird beispielsweise zur Verstärkung von Gebäuden, für Fassadenelemente oder den Brückenbau verwendet. Gerade beim Brückenbau machen sich seine filigranen Eigenschaften bezahlt.

Immer gut beraten: Bei Fragen zu Versicherungen für ArchitektenIngenieure oder Bauträger nehmen Sie gern mit uns Kontakt auf.
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